Hauptnavigation

Neu im THW: der „Jugenddienst mal anders“

Gemeinsam mit der Courage-Werkstatt entwickelt das THW derzeit besondere Jugendangebote, die die Themen Vielfalt und Teambildung praktisch und spielerisch vermitteln. Die Junghelfer und Junghelferinnen der Ortsverbände Borna und Gera haben den neuen Jugenddienst bereits getestet. Alle sächsischen Ortsverbände können das Angebot ab sofort kostenfrei buchen, Thüringen soll bald folgen.

Was wäre, wenn wir alle gleich wären? Vielleicht alle rothaarig, sportlich, morgenmuffelig, gut in Mathe, schlecht in Deutsch. Wenn alle auf der Welt nur eine Sprache sprächen, jeder Fußball mag und Grießbrei nicht. Wäre dann alles viel leichter?
Oder einfach nur langweilig?

Dieser Frage gingen die Junghelferinnen und Junghelfer der Ortsverbände Borna und Gera auf den Grund. Ihr „Jugenddienst einmal anders“ war Teil eines besonderen Projekts: Gemeinsam mit der Courage-Werkstatt des Netzwerkes für Demokratie und Courage e.V. sammelt das THW in Sachsen und Thüringen derzeit Ideen, um neue Ansätze und Methoden für den Jugenddienst zu entwickeln. Das Projekt mit dem Titel „Tolerant - Hilfsbereit - Weltoffen" will Junghelfer/innen dazu anregen, sich mit unterschiedlichen Lebensansichten und Persönlichkeiten auseinanderzusetzen.

„Das THW repräsentiert einen Querschnitt der Bevölkerung und ist offen für alle – egal ob Jung oder Alt, Frau oder Mann, mit deutschem Pass oder nicht“, erklärt Projektkoordinator Hannes Keil. „Mit unserem Projekt wollen wir an diese Vielfalt anknüpfen und das Verständnis für andere Denkweisen und Kulturen fördern.“ Auf dem Spielplan stehen Themen wie Kommunikation, Teilhabe und Integration – immer mit einem Bezug zur Arbeit des THW. Das kann, wie beim Jugenddienst im Borna, über eine Funkrallye geschehen, anhand praktischer Übungen mit THW-Technik oder einfach beim gemeinsamen Teamsport.

Wie unterhaltsam das Ganze in der Praxis ist, zeigt sich beim Jugenddienst in Gera: Zum Munterwerden flitzen die jungen Gelbhelme mit einer Hupe über die Wiese, danach folgt ein kurzer Test zur Selbsteinschätzung mit zwei Schildern. „Ich“ und „Ich nicht“ steht darauf. Die Schilder liegen auf dem Boden, die Jugendgruppe steht daneben. Marlene Schultz, die Bildungsreferentin des Projekts, stellt Fragen: „Wer von euch macht regelmäßig Sport?“ Die Gruppe teilt sich in zwei Hälften und ordnet sich den Schildern zu: die eine groß, die andere klein. Nächste Frage: „Wer von euch spricht mehr als zwei Sprachen?“ Die Antwort verändert die Zusammensetzung der Gruppen – und erste erstaunte Blicke wandern zwischen den Jugendlichen hin und her: Aha, das wusste ich ja noch gar nicht!
Für besondere Verblüffung sorgt die Frage, wer denn nicht in Deutschland geboren sei. Sie offenbart: ein Mitglied der Gruppe ist in Australien geboren. Das wusste bisher keiner der anderen.

„Spiele wie diese sollen den Blick und die Perspektive erweitern“, erklärt Marlene Schultz, „um die Menschen um mich herum besser kennenlernen und verstehen zu können. So erleben die Jugendlichen, dass Herkunft, Hobby oder Geschlecht keine Rolle spielen, wenn man als Team etwas erreichen will.“

Eine weitere Methode zeigt, dass es sogar ohne gemeinsame Sprache geht: die älteren Jugendhelfer/innen bekommen die Aufgabe, eine Leonardo-Brücke zu bauen, ohne sich dabei zu unterhalten. Und siehe da: Es klappt! Pascal übernimmt die Koordination mit Gesten und lustigen Geräuschen, Max erkennt, wo Unterstützung gebraucht wird, Sarah sorgt für Stabilität und Leah liefert Bretter nach. Unter wildem Wedeln, Winken und Lachen wird das Bauwerk errichtet. „Cool“, sagt der 13-jährige Pascal, „Ich hätte nicht gedacht, dass das geht.“

Parallel dazu stellen sich die Jüngeren der Gruppe einer „Flussüberquerung“. Auf A4-Blättern balancierend müssen sie, einander festhaltend, ein „reißendes Gewässer“ überqueren, ohne in den „Fluss“ zu treten. Plötzlich kommt die Idee auf, sich paarweise in eine Jacke zu zwängen, um einander besser stützen zu können. Bleibt nur die Frage, ob sich dazu gleich große oder unterschiedlich große Mitstreiter besser eignen. Das klärt die Gruppe im Praxistest.

„Genau diese Erkenntnisse sind es, die wir mit unseren Jugenddiensten anregen wollen“, freut sich Hannes Keil: „Teamwork und Vielfalt gehören zusammen, denn jeder Einzelne hat Eigenschaften, die für alle wichtig sind.“

Aus all diesen Erkenntnissen entsteht derzeit eine Projektsammlung für unterhaltsame Jugenddienste, die bald allen Ortsverbänden für ihre Jugendarbeit zur Verfügung stehen wird. Sie wird Praxisübungen, Spiele und Materialien enthalten, die sich bei Jugenddiensten ebenso einbinden lassen wie bei Ausflügen oder in Lagern.

Den „Jugenddienst mal anders“ können die Ortsverbände kostenfrei für ihre Junghelfer buchen. Die Durchführung ist auch ohne den Jugendbeauftragten möglich. Aktuell ist das Angebot noch auf Sachsen beschränkt, Thüringen soll bald folgen. Bei Fragen kommt das Projektteam gern vorab in den OV, um alle Details zu klären.

Hannes und Marlene freuen sich auf eure Anfrage und den Jugenddienst in eurem Ortsverband:

Kontakt:

Marlene Schultz

Bildungsreferentin im Projekt "Tolerant - Hilfsbereit - Weltoffen"

Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V.

Netzwerk für Demokratie und Courage in Sachsen

E-Mail:marlene.schultz@netzwerk-courage.de

Telefon: +49 1577 44  77 103

 

Hannes Keil

Projektkoordinator im Projekt "Tolerant - Hilfsbereit - Weltoffen"

Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V.

c/o Technisches Hilfswerk Landesverband Sachsen, Thüringen

E-Mail: hannes.keil@netzwerk-courage.de

Telefon: +49 1577 44 75 414

THW
  • Neu im THW: der „Jugenddienst mal anders“ (Bild anzeigen)

  • Neu im THW: der „Jugenddienst mal anders“ (Bild anzeigen)

  • Neu im THW: der „Jugenddienst mal anders“ (Bild anzeigen)

Alle vom THW zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle "THW" für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.

Zusatzinformationen

Mehr zum Thema

Mehr zur Region

Archiv

Hier können sie nach Ausbildungen suchen.

Archivsuche

Navigation und Service